CSRD-Audit: Was Unternehmen jetzt wissen sollten

Die Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung steigen und mit ihnen die Bedeutung des CSRD-Audits für Unternehmen in Deutschland und ganz Europa. Mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) schafft die Europäische Union einen neuen Standard für Transparenz und Vergleichbarkeit. Ziel ist es, Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen (ESG) systematisch und nachvollziehbar in die Unternehmensberichterstattung zu integrieren.
1. Warum das CSRD-Audit jetzt im Fokus steht
Auch wenn die finale Ausarbeitung der CSRD nach dem Omnibus-Vorschlag auf europäischer Ebene noch läuft und die gesetzliche Umsetzung in Deutschland noch nicht abgeschlossen ist, ist klar: Das CSRD-Audit wird für viele Unternehmen verpflichtend und für andere ein strategischer Hebel, um sich zukunftssicher aufzustellen. Die CSRD-Richtlinie verlangt nicht nur eine aussagekräftige Nachhaltigkeitsberichterstattung, sondern auch deren externe Überprüfung nach dem Prinzip der begrenzten Sicherheit (Limited Assurance). Das bedeutet: Unternehmen müssen Prozesse, Daten und Zuständigkeiten so aufstellen, dass sie den wachsenden Anforderungen gerecht werden.
Besonders relevant ist dabei der Blick auf die aktuelle rechtliche Situation. Bis zur vollständigen Umsetzung der CSRD gilt in Deutschland weiterhin das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (CSR-RUG). Doch schon jetzt zeichnen sich Anpassungen und Übergangsregelungen ab, etwa durch den „Stop the clock“-Vorschlag und geplante Änderungen des Anwendungsbereichs auf EU-Ebene.
Unternehmen, die frühzeitig auf eine strukturierte Nachhaltigkeitsberichterstattung setzen, verschaffen sich klare Vorteile: Sie erfüllen nicht nur regulatorische Vorgaben, sondern stärken auch ihre Position gegenüber Investoren, Kund*innen und Geschäftspartnern.
2. Der regulatorische Rahmen: Die Grundlage jedes CSRD-Audits
Wer das CSRD-Audit erfolgreich bestehen will, muss die rechtlichen Rahmenbedingungen genau kennen. Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) ist die neue europäische Richtlinie, die Unternehmen zu umfassender und standardisierter Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtet. Sie löst schrittweise die bisherigen Regelungen der Non-Financial Reporting Directive (NFRD) und in Deutschland das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (CSR-RUG) ab.
Aktuell gilt in Deutschland noch der Rechtsrahmen des CSR-RUG. Das bedeutet: Unternehmen, die bislang bereits nichtfinanzielle Informationen berichten mussten, sind weiterhin zur Berichterstattung (nach §§ 289b ff. bzw. 315b f. HGB) verpflichtet. Erst mit der vollständigen Umsetzung der CSRD wird dieser Rahmen ersetzt. Diese Übergangsphase erfordert besonders sorgfältige Planung, da viele Anforderungen parallel gelten oder sich zeitlich überschneiden.
Freiwillige Berichterstattung als strategischer Vorteil
Nicht alle Unternehmen sind unmittelbar berichtspflichtig. Dennoch kann es strategisch sinnvoll sein, frühzeitig mit einer strukturierten Nachhaltigkeitsberichterstattung zu beginnen. Ein möglicher Rahmen hierfür ist der Voluntary Reporting Standard for SME (VSME), den die Europäische Kommission als freiwilligen Berichtsstandard empfohlen hat. Dieser erleichtert insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen den Einstieg in die Berichterstattung und damit auch die Vorbereitung auf ein späteres CSRD-Audit.
Der freiwillige Berichtsstandard unterliegt keiner Pflicht zur externen Prüfung. Dennoch kann es von Vorteil sein eine externe Validierung der Angaben einzuholen. Sei es zur Verwendung gewisser Umweltaussagen gegenüber Konsument:innen (siehe EmpCo-Richtlinie) oder für ein besseres Rating-Zeugnis (z.B. EcoVadis).
Blick in die Zukunft: ESRS und europäische Prüfungsstandards
Die CSRD verweist auf die European Sustainability Reporting Standards (ESRS), die europaweit einheitliche Vorgaben machen. Diese Standards werden zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Artikels überarbeitet, unter anderem durch den sogenannten Quick Fix Delegated Act, der Übergangsregelungen verlängert und vereinfacht.
Aktuell entstehen neue europäische Prüfungsstandards – insbesondere ISSA 5000 – die künftig für die externe Prüfung von Nachhaltigkeitsinformationen maßgeblich sein werden. Unternehmen, die diese Entwicklungen aktiv verfolgen, verschaffen sich einen klaren Vorsprung bei der Umsetzung und bei der Vorbereitung ihres CSRD-Audits.
3. Pflichten und Prüfungsumfang nach CSRD
Das CSRD-Audit ist nicht nur eine formale Kontrolle, sie basiert auf klar definierten Pflichten und Standards, die Unternehmen erfüllen müssen. Im Zentrum steht die verpflichtende Nachhaltigkeitsberichterstattung, die künftig ähnlich verbindlich und prüfrelevant sein wird wie der klassische Finanzbericht. Für viele Unternehmen bedeutet das: neue Prozesse, neue Datenanforderungen und ein deutlich höheres Maß an Transparenz.
Welche Standards gelten?
Die Berichterstattung erfolgt auf Basis der European Sustainability Reporting Standards (ESRS). Sie bilden das zentrale Regelwerk für Inhalte, Struktur und Methodik der Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Wesentliche Anforderungen umfassen:
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eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse (Impact- und Financial Materiality)
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Offenlegungspflichten zu Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekten (ESG)
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sektorspezifische Berichtsanforderungen (werden schrittweise ergänzt)
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Angabe verwendeter Methoden, Datenquellen und Bewertungsgrundlagen
Der Quick Fix Delegated Act verlängert Übergangsregelungen und erleichtert den Einstieg für Unternehmen in der Anfangsphase.
Externe Prüfung wird verpflichtend
Ein zentraler Unterschied zu bisherigen Regelungen: Nachhaltigkeitsberichte werden künftig verpflichtend extern geprüft. Dies bedeutet, dass Wirtschaftsprüfer_innen oder andere zugelassene Prüfer_innen die Angaben nach festgelegten Standards kontrollieren.
Die Prüfpflicht beginnt:
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ab 2024 für große kapitalmarktorientierte Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden,
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ab 2025–2028 für weitere Gruppen, gestaffelt nach Unternehmensgröße (siehe Entwicklung der CSRD),
Zudem gibt es die Option der freiwilligen Prüfungen für nicht verpflichtete Unternehmen.
Für die Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts ist der Prüfstandard mit begrenzter Sicherheit (Limited Assurance) vorgesehen.
4. Vorbereitung auf das CSRD-Audit in der Praxis
Das CSRD-Audit stellt viele Unternehmen vor eine neue Herausforderung. Sie erfordert nicht nur das Vorliegen eines Nachhaltigkeitsberichts, sondern eine belastbare, nachvollziehbare und prüffähige Informationsbasis. Wer frühzeitig klare Strukturen schafft, reduziert Risiken, spart Zeit und sorgt für ein reibungsloseres Prüfungsverfahren.
Klare Prozesse und Verantwortlichkeiten schaffen
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist ein klar strukturierter interner Prozess. Die Nachhaltigkeitsberichterstattung darf kein Nebenprodukt sein, sondern muss als integraler Bestandteil der Unternehmenssteuerung verstanden werden. Dazu gehören:
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Definition von Zuständigkeiten: Wer ist für welche Themen, Daten und Kennzahlen verantwortlich?
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Einbindung aller relevanten Bereiche: Nachhaltigkeit betrifft nicht nur ESG-Teams, sondern auch Finanzen, Controlling, Personal, Einkauf, Produktion und Kommunikation.
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Verankerung in bestehenden Reportingstrukturen: Mithilfe eines strukturierten Green Controllings lassen sich Nachhaltigkeitsdaten effizienter erheben und prüfen.
Ein gut strukturierter Prozess erleichtert nicht nur die Berichterstattung selbst, sondern macht die CSRD-Prüfung für Unternehmen kalkulierbarer.
Datenqualität und Dokumentation als Basis
Prüfer:innen benötigen eine vollständige und nachvollziehbare Dokumentation aller relevanten Angaben. Unternehmen sollten daher frühzeitig:
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Datenquellen und Verantwortlichkeiten systematisch erfassen,
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Plausibilitäts- und Konsistenzprüfungen etablieren,
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Auslegungsentscheidungen zu den ESRS sauber dokumentieren,
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externe Datenlieferanten und Stakeholder klar definieren.
Besonders kritisch sind Informationen aus der Wertschöpfungskette, da diese oft nicht vollständig intern kontrollierbar sind. Hier hilft eine transparente Herangehensweise , etwa durch abgestimmte Prozesse mit Lieferanten und Partnern.
Zeitplanung strategisch gestalten
Eine realistische und frühzeitige Zeitplanung ist hilfreich für eine erfolgreiche CSRD-Umsetzung inkl. Prüfung. Sie sollte mehrere Phasen umfassen:
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Wesentlichkeitsanalyse und Strategieentwicklung
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Datensammlung und interne Abstimmungen
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Berichtserstellung und Qualitätssicherung
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Prüfungsvorbereitung und Feedbackschleifen
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Finalisierung des Nachhaltigkeitsberichts
Da viele Prozesse neu sind, sollten Unternehmen Pufferzeiten einplanen insbesondere bei der ersten Prüfung. Frühzeitige Abstimmungen mit den Prüfer*innen helfen, offene Fragen rechtzeitig zu klären und unnötige Verzögerungen zu vermeiden.
Aufbau eines internen Kontrollsystems
Um die Nachhaltigkeitsberichterstattung dauerhaft prüffähig zu machen, ist der Aufbau eines internen Kontrollsystems (IKS) entscheidend. Dieses System sorgt dafür, dass Daten konsistent, korrekt und nachvollziehbar erhoben und verarbeitet werden. Es umfasst:
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Prozessbeschreibungen und Kontrolldokumentationen,
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technische Systeme zur Datenerfassung,
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klare Freigabeprozesse und Verantwortlichkeiten,
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regelmäßige interne Prüfmechanismen.
Das IKS ist kein „nice to have“, es wird für die CSRD-Prüfung zum entscheidenden Qualitätsnachweis. Üblicherweise ist das Controlling verantwortlich für ein solches Kontrollsystem.
Externe Expertise nutzen
Nicht alle Unternehmen verfügen über die erforderlichen Ressourcen oder Fachkenntnisse, um die komplexen Anforderungen der CSRD-Prüfung allein umzusetzen. Daher kann es sinnvoll sein, externe Expert*innen oder CSRD-Beratungen einzubinden.
So wird aus einer regulatorischen Verpflichtung eine Chance, Nachhaltigkeit strategisch und professionell im Unternehmen zu verankern.
5. Prüfungsarten und -anforderungen bei dem CSRD-Audit
Das CSRD-Audit sorgt dafür, dass die veröffentlichten ESG-Daten glaubwürdig, belastbar und vergleichbar sind. Dabei orientiert sich das Prüfungsverfahren an etablierten Prüfungsstandards aus der Finanzberichterstattung mit einigen Besonderheiten.
Begrenzte vs. hinreichende Prüfungssicherheit
Das CSRD-Audit wird mit begrenzter Sicherheit (Limited Assurance) verlangt. Das bedeutet, dass die Prüfer*innen die Plausibilität und Angemessenheit der berichteten Informationen bewerten, allerdings mit einem geringeren Prüfungsumfang als bei einer Abschlussprüfung. Typischerweise umfassen die Prüfungshandlungen:
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Befragungen und Interviews mit Verantwortlichen,
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Analyse von Prozessen und Kontrollen,
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stichprobenartige Prüfungen einzelner Angaben,
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Beurteilung der Wesentlichkeitsanalyse und der zugrundeliegenden Methoden.
Eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit (Reasonable Assurance) war ursprünglich angedacht, ist vorerst aber nicht mehr für den CSRD-Bericht vorgesehen. Dieser Standard entspricht in seiner Tiefe eher einer klassischen Finanzprüfung und beinhaltet unter anderem:
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umfangreichere Tests und Stichproben,
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Überprüfung der Wirksamkeit interner Kontrollen,
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detaillierte Validierung von Kennzahlen, Datenquellen und Methoden.
Prüfungsstandards: ISSA 5000 und ISAE 3000
Die externe Prüfung der Nachhaltigkeitsberichterstattung erfolgt auf Basis internationaler Standards. Relevant sind insbesondere:
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ISAE 3000 (Revised): aktueller Standard für Prüfungen nichtfinanzieller Informationen, der bis zur vollen Einführung der ISSA-Standards angewendet wird.
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ISSA 5000: der künftige europäische Prüfungsstandard speziell für Nachhaltigkeitsinformationen, entwickelt durch die International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB).
Diese Standards regeln unter anderem:
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die Struktur und Methodik der Prüfung,
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die Anforderungen an Prüfnachweise,
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die Formulierung der Prüfungsurteile,
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und die Qualitätssicherung des Prüfungsverfahrens.
Prüfungsurteile und ihre Bedeutung
Am Ende des CSRD-Audits steht ein Prüfungsurteil, das Auskunft über die Zuverlässigkeit der Berichterstattung gibt. Dabei wird in der Regel ein sogenanntes negativ formuliertes Prüfungsurteil bei begrenzter Sicherheit erteilt, zum Beispiel:
„Auf der Grundlage der durchgeführten Prüfungshandlungen und der erlangten Prüfungsnachweise sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Auffassung veranlassen, dass die Konzernnachhaltigkeitserklärung nicht in allen wesentlichen Belangen in Übereinstimmung mit den geltenden Anforderungen aufgestellt ist.“
Bei einer Prüfung mit hinreichender Sicherheit ist das Urteil positiv formuliert, ähnlich wie bei einem Bestätigungsvermerk in der Finanzprüfung. Unternehmen können auch eine Kombination beider Prüfungsarten wählen, etwa wenn besonders sensible Themen vertieft geprüft werden sollen (z. B. Klimaziele oder Lieferketteninformationen).
Praktische Implikationen für Unternehmen
Die gewählte Prüfungsart beeinflusst direkt:
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den zeitlichen und organisatorischen Aufwand,
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die Tiefe der internen Dokumentation,
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die erforderlichen Ressourcen,
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und das Reputationsniveau gegenüber Stakeholdern.
6. Strategische Implikationen des CSRD-Audits
Die CSRD-Audits ist weit mehr als eine zusätzliche gesetzliche Anforderung. Richtig verstanden, kann sie zu einem strategischen Instrument für unternehmerische Zukunftsfähigkeit werden. Denn die Transparenz und Struktur, die im Zuge der Nachhaltigkeitsberichterstattung geschaffen werden, wirken weit über regulatorische Pflichten hinaus, auf Finanzierung, Marktpositionierung, Wettbewerbsfähigkeit und Reputation.
ESG-Transparenz als Wettbewerbsvorteil
Kund:innen, Investoren und Geschäftspartner erwarten heute mehr als nur finanzielle Kennzahlen. Unternehmen, die ihre Nachhaltigkeitsstrategie offenlegen und extern prüfen lassen, stärken aktiv das Vertrauen in ihre Geschäftspraktiken.
Das CSRD-Audit sorgt dabei für zusätzliche Glaubwürdigkeit, weil die veröffentlichten Informationen nicht nur intern erstellt, sondern extern überprüft werden. Das kann:
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Zugang zu Kapital erleichtern, da Banken und Investoren ESG-Kriterien zunehmend in ihre Entscheidungen einbeziehen,
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Lieferkettenbeziehungen stärken, indem Nachhaltigkeitsanforderungen transparent und nachweisbar erfüllt werden,
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Markenimage und Arbeitgeberattraktivität erhöhen, insbesondere bei jungen Talenten, die Wert auf Nachhaltigkeit legen.
Nachhaltigkeitsberichterstattung als Steuerungsinstrument
Die Anforderungen der CSRD führen dazu, dass Nachhaltigkeitsinformationen in die unternehmerische Steuerung integriert werden. Unternehmen, die ihre ESG-Daten systematisch erfassen und nutzen, können:
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Risiken frühzeitig erkennen und steuern (z. B. Klimarisiken, Lieferkettenrisiken),
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Chancen identifizieren (z. B. Effizienzsteigerungen, Innovationspotenziale),
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Nachhaltigkeitsziele messbar mit der Geschäftsstrategie verknüpfen.
Damit wird das CSRD-Audit zu einem Treiber für Professionalisierung und strategische Weiterentwicklung und nicht zu einer reinen Compliance-Übung.
Signalwirkung für Stakeholder
Eine geprüfte Nachhaltigkeitsberichterstattung sendet ein starkes Signal: „Wir nehmen Nachhaltigkeit ernst und lassen uns daran messen.“
Das schafft Vertrauen bei:
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Investor*innen, die zunehmend verbindliche ESG-Daten fordern,
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Kund*innen, die nachhaltige Lieferketten erwarten,
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Mitarbeiter*innen, die Wert auf verantwortungsvolles Handeln legen,
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Regulierungsbehörden, die Nachvollziehbarkeit und Transparenz prüfen.
Besonders Unternehmen, die frühzeitig mit einer qualitativ hochwertigen Berichterstattung beginnen, verschaffen sich einen First-Mover-Vorteil und positionieren sich als verlässlicher Partner in der Transformation.
Verbindung zu weiteren Nachhaltigkeitsanforderungen
Die CSRD steht nicht isoliert. Sie ist Teil eines größeren regulatorischen Rahmens, der Nachhaltigkeit schrittweise stärker verankert. Dazu gehören insbesondere die EU-Taxonomie-Verordnung und die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD).
Eine gute Vorbereitung auf das CSRD-Audit bedeutet also auch, Synergien zu nutzen und Berichts- sowie Steuerungsprozesse so aufzubauen, dass sie mehreren Regulierungen gleichzeitig gerecht werden.
7. Handlungsempfehlungen & Checkliste zur Vorbereitung auf das CSRD-Audit
Eine gute Vorbereitung ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen CSRD-Audit. Die folgende Checkliste hilft Unternehmen, ihre internen Prozesse systematisch aufzubauen, Transparenz zu schaffen und Prüfrisiken zu minimieren.
1. Strategische Weichen stellen
Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten für Nachhaltigkeitsberichterstattung klar definieren
Nachhaltigkeitsstrategie mit der Unternehmensstrategie verzahnen
Management und Aufsichtsorgane aktiv in den Prozess einbinden
Potenzielle Auswirkungen anderer Regulierungen (z. B. EU-Taxonomie, CSDDD) berücksichtigen
2. Anwendungsbereich und Berichtspflichten prüfen
Feststellen, ob und ab wann das Unternehmen berichtspflichtig ist
Übergangsfristen und mögliche Befreiungsregelungen prüfen
Entscheidung treffen, ob freiwillig vorzeitig berichtet wird (First-Mover-Vorteil)
Wesentliche Lieferanten und Partner in den Prozess einbinden (Value Chain)
3. Datenmanagement und Dokumentation aufbauen
Relevante ESG-Datenquellen identifizieren und zentral erfassen
Plausibilitäts- und Qualitätsprüfungen etablieren
Auslegungsfragen zu den ESRS dokumentieren
Prozesse zur Datenerhebung entlang der Wertschöpfungskette definieren
Nachvollziehbare Dokumentation für Prüfer*innen sicherstellen
4. Internes Kontrollsystem (IKS) implementieren
Prozesse zur Datenerhebung und -verarbeitung standardisieren
Kontroll- und Freigabeprozesse definieren und dokumentieren
Rollen und Verantwortlichkeiten im IKS klar festlegen
Regelmäßige interne Prüfungen und Verbesserungszyklen einplanen
5. Zeitplanung realistisch gestalten
Mehrstufigen Projektplan mit klaren Deadlines aufstellen
Feedbackschleifen und Abstimmungen mit Prüfer*innen einplanen
Berichtserstellung und Prüfung frühzeitig terminieren
Pufferzeiten einbauen — besonders bei der ersten CSRD-Prüfung
6. Kommunikation und Schulung
Interne Awareness schaffen und alle relevanten Abteilungen einbeziehen
CSRD-Trainings und Schulungen zu ESRS, Reporting-Prozessen und Prüfungsanforderungen durchführen
Stakeholder-Kommunikation klar strukturieren (intern und extern)
Ergebnisse transparent und verständlich kommunizieren
7. Externe Unterstützung gezielt nutzen
Frühzeitig Kontakt zu Prüfer:innen aufnehmen
Externe Fachberatung einbinden, wo internes Know-how fehlt
Best Practices aus anderen Branchen analysieren
ESG-Softwarelösungen und unterstützende Technologien evaluieren
8. Ausblick & weiterführende Ressourcen
Die CSRD-Audit wird in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen und ein fester Bestandteil der Unternehmenssteuerung.
Wer jetzt solide Strukturen schafft, profitiert doppelt: von effizienteren Prozessen und einem klaren Vertrauensvorschuss am Markt. Unternehmen sollten insbesondere die folgenden Entwicklungen im Blick behalten:
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Integration mit weiteren EU-Vorgaben (z. B. Taxonomie, CSDDD)
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Digitalisierung der Berichterstattung durch standardisierte Datenformate und Plattformen
Für weitere Informationen empfehlen wir den Readiness Check zur CSRD-Prüfung des DRSC sowie die Webseite des Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW).


